Birkenzucker (Xylit)

Emil Fischer und seinem Doktoranden Rudolf Stahel gelang es im Jahr 1890 Xylit aus Buchenholzspänen zu isolieren. Daher auch der Name Xylit: „Holz“ heißt auf altgriechisch „xylon“. Xylit ist ein sogenannter Zuckeraustauschstoff und auf der Zutatenliste von Lebensmitteln auch unter E 967 zu finden.


Geschmack
Xylit liegt in der Süßkraft etwa auf gleichem Niveau wie herkömmlicher Haushaltszucker (Saccharose). Der Geschmack ist ebenfalls ähnlich, doch das Mundgefühl ist gewöhnungsbedürftig: Xylit erzeugt auf der Zunge einen Kühleffekt, ähnlich wie Menthol. Das kommt dadurch zustande, dass beim Lösen des Xylits im Speichel Wärme aus der Umgebung entzogen wird. Das wird auch als endotherme Lösungswärme beschrieben und ist durch ein kaltes Gefühl im Mundraum spürbar.


Wie gesund ist Xylit?
Kalorientechnisch lässt sich beim Einsatz dieses Zuckeralkohols fast die Hälfte im Vergleich zum gewöhnlichen Haushaltszucker einsparen: Während Saccharose etwa 4 Kalorien pro Gramm enthält, sind es bei Xylit nur 2,4 Kalorien – rund 40 Prozent weniger. Es wird außerdem insulinunabhängig verstoffwechselt und ist somit für Diabetiker geeignet. Wer Xylit in sehr hohen Mengen zu sich nimmt, muss jedoch damit rechnen, dass es abführend wirken kann. Besonders dann, wenn der Körper noch nicht daran gewöhnt ist. Nimmt man mehr als 0,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht davon zu sich, kann es zu Verdauungsproblemen kommen. Studien haben jedoch ergeben, dass eine Einnahme von 200 Gramm pro Tag, was ziemlich viel ist, problemlos vertragen wird.

Es ist kein Geheimnis, dass der Konsum von zu viel Zucker zu Karies führen kann. Der Ersatz durch den Zuckeralkohol minimiert nicht nur das Risiko, sondern schützt sogar davor. Diese Eigenschaft wird auch als antikariogene Wirkung bezeichnet. Die Effekte entstehen dadurch, dass kariesauslösende Bakterien Xylit nicht verstoffwechseln können und somit absterben. Sie werden außerdem daran gehindert als Plaquebakterien an der Zahnoberfläche anzuheften. Um sich besser vor Karies zu schützen, kann man den Zuckeralkohol beispielsweise über Kaugummi oder Lutschpastillen aufnehmen.

Herstellung
Xylit ist auch unter dem Namen Birkenzucker bekannt. Dennoch wird der Zuckeraustauschstoff nicht ausschließlich aus Birkenholz gewonnen, sondern industriell aus Xylanen (Holzgummi) aus Birkenholz und anderen Harthölzern oder landwirtschaftlichen Reststoffen gewonnen. Bei Temperaturen von bis zu 200 °C und unter Einsatz von Schwefelsäure und Natronlauge wird daraus Xylose freigesetzt. Diese wird unter hohem Druck zu Xylit umgewandelt. Da die industrielle Herstellung relativ aufwendig ist, sind die Preise für Xylit vergleichsweise hoch.